Dienstag, 18. Januar 2011

Rosenschnitt, Teil 3: Wie?

Wie und was wird herausgeschnitten?


Hier bei der Mme Pierre Oger steht inzwischen alles zu dicht bei einander. Ein Auslichtungsschnitt muss gemacht werden.


Zuerst wird alles herausgeschnitten was tot ist. Hier im Bild gut erkennbar an der braune Farbe des Triebe.

Ebenfalls weg kann alles, was dünn und schwach ist. Hier im Bild oben der dünne Trieb direkt links neben dem toten Zweig. Je nach dem kann man auch über kreuzende und nach innen wachsende Äste herausschneiden.

Nun kann auch ins Innere der Rose Luft kommen.

Geschnitten wird immer auf ein nach aussen zeigendes Auge. Als Augen bezeichnet man die Austriebspunkte an den Zweigen. Sie sind mehr oder weniger gut erkennbar über den einzelnen Blattansätzen. An alten Zweigen bezeichnet man sie als schlafende Augen, da sie erst nach einen scharfen Schnitt wieder austreiben.


Hier gut erkennbar das Auge mit einem neuen Trieb.


Wenn man dieses Bild ansieht, weiss man, warum man den Austriebspunkt Auge nennt.


Hier ein Bild von zwei schlafenden Augen. Das eine ist gut erkennbar an der horizontalen Linie. Das andere ist kaum erkennbar nur ein kleiner rosafarbener Punkt in der Verzweigung.


Der Schnitt sollte etwa einen halben Zentimeter schräg über dem Auge liegen, wie auf dem Bild gezeigt.

Jetzt noch zwei Bilder mit falschen Schnitten.


Der Schnitt ist falsch geführt. Anstatt dass das Wasser vom Auge weggeführt wird, wird der Regen direkt dem Auge zugeführt.


Hier wurde nicht nur zu tief und zu schräg geschnitten (das Auge wird mit grosser Sicherheit absterben), darüber hinaus war die Schere nicht scharf und die Schnittstelle ist dadurch fransig. Also immer beim Rosenschneiden: scharfes Messer, kaltes Herz! ;D

Da wir nun wissen: wann und wie schneiden, können wir uns das nächste mal der Praxis zuwenden.

Kommentare:

  1. Hallo Rosana,
    ein sehr interessanter Post - mit den Bildern kann man den Rosenschnitt gut nachvollziehen und verstehen! Danke für diesen Beitrag!
    Viele Grüße Renate

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  2. Danke!
    Ich wusste nie wie schräg ich Rosen schneiden sollte. Vom Regen, der ins Auge geführt wird, stand nichts in meine Bücher. Dabei ist es logisch... jetzt, da ich es erfahren habe.
    Liebe Grüße

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  3. Hallo Rosana,
    das war lehrreich! Wann hast du denn die Bilder gemacht? Sind bei dir die Rosen schon so weit oder fotografierst du solche Sachen eben mal auf Verdacht? Ich bin beeindruckt! Ich habe Probleme, festzulegen, welches die alten, die neuen oder die abgefrorenen Äste sind. "Schneewittchen" z.B. hat unten noch grüne Triebe und oben sind sie verdächtig braun... Frostschaden? Ich werde die Sache beobachten...
    Liebe Grüße Annette

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  4. Lieben Dank, diese ganze Serie hat mich sehr erfreut, ich werde es mir noch einmal mit meinem Mann anschauen. Ich sage immer und er schneidet, aber bisher habe ich auch nicht alle richtig gemacht.
    Eine schöne Woche noch und es grüßt
    margit

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  5. Super, danke für die deutliche Veranschaulichung. Jedes Jahr stehe ich wieder vor den Rosen und denk , wie ging das jetzt gleich schon wieder... und ja, man liest halt auch so viele verschiedene Varianten. Wie die von Scarman, der nicht auf die Augen sondern auf die Wuchsform achtet. Naja, ich versuch jeweils beides im Auge zu haben... gelingt aber nicht immer ;o).
    Liebe Grüsse
    Alex

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  6. Es freut mich, dass mein kleiner Faden gebraucht werden kann.

    Die Fotos aus diesem Beitrag sind wirklich nur wenige Tage vorher gemacht worden.

    Liebe Grüsse Rosana

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  7. Hallo Rosana,
    vielen Dank für die Serie über den richtigen Schnitt. Die Bilder sind für das bessere Verständnis sehr hilfreich. Deine Anleitungen werde ich sicher in die Praxis umsetzen.
    Liebe Grüße
    Anette

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